Archiv für März, 2015

Religion macht Schule – Konflikt oder Chance?

Von Laura Maria Wolfstädter

Derzeit polarisiert eine neue Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) zum Thema Religion in Schulen. Am 27. Januar 2015 gab der Erste Senat der Verfassungsbeschwerde zweier muslimischer Lehrerinnen statt, die sich gegen Sanktionen wehrten, die ihnen wegen der Weigerung, im Schuldienst ihr Kopftuch bzw. ersatzweise eine Wollmütze abzulegen, auferlegt wurden.

Die Entscheidung ist in zweierlei Hinsicht von echter Brisanz: Einerseits knüpft sie an die Ausführungen an, die der Zweite Senat schon im Urteil vom 24. September 2003 zur Abwägung zwischen Religionsfreiheit des Lehrpersonals und Gefahren für den Schulfrieden oder die staatliche Neutralität durch das Tragen religiös konnotierter Bekleidung wie das Kopftuch gemacht hat. Es liegt auf der Hand, dass das Urteil – nicht zuletzt auch abhängig von politischer oder religiöser Grundeinstellung – bisher auf unterschiedliche Resonanz stieß.

Verständigung im Strafverfahren: Bei Absprachen muss die Öffentlichkeit informiert werden

Von Hanja Larissa Runge

Mit zwei am 12.02.2015 bekanntgegebenen Beschlüssen hat das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) die Informationspflicht bei sogenannten gerichtlichen „Deals“ betont. Demnach müssen Richter bei Gesprächen über eine Verständigung (meist Absprachen zum Strafmaß) in der Hauptverhandlung den wesentlichen Inhalt solcher Gespräche mitteilen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es zu einer Einigung kommt oder nicht.